
Mit großer Freude dürfen wir von einer ganz besonderen Reise berichten: Vom 3. bis 6. Juni reisten Birim Pfeuti, Viola Weizmann, Tilia Teubner und Emma Pößel nach Erlangen bei Nürnberg. Anlass war unser Gewinn des Wettbewerbes „Francomics – le concours“, bei dem wir mit unserem Trailer zum Comic BOUTONNÉ EN JALOUSIE von Jul Maroh die Jury überzeugen konnten.
Als Preis erhielten wir die Möglichkeit, den Internationalen Comicsalon in Erlangen zu besuchen, die größte und vielfältigste Comicmesse Deutschlands. Dort erwarteten uns spannende Begegnungen, beeindruckende Ausstellungen und zahlreiche Einblicke in die Welt der deutschsprachigen und internationalen Comics. Die Reise war für uns nicht nur eine Auszeichnung für unseren Trailer, sondern auch ein unvergessliches Erlebnis.
Der Wettbewerb „Francomics“ der vom Deutsch-Französischen Institut (DFI) in Erlangen organisiert wird, richtet sich an Schüler*innen aller Schularten der Klassenstufe 7 bis 10 aus Deutschland und Österreich. Ziel des Wettbewerbes ist es, einen kreativen Trailer zu einem Comic zu gestalten.
Unsere Arbeit begann mit dem Schreiben eines Skripts, bei dem wir uns intensiv über unsere Ideen austauschten. Anschließend setzten wir diese, Schritt für Schritt, in einem Video um. Mithilfe eines Schneideprogramms konnten wir unserem Trailer einen ästhetischen und professionellen Charakter verleihen. Der Großteil der Arbeit entstand im Französischunterricht, nachdem unser Lehrer Herr Schwemer uns auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hatte. Doch auch außerhalb der Schulzeit investierten wir viel Zeit und Engagement, um unseren Trailer möglichst kreativ und überzeugend zu gestalten.
Für unseren Trailer wählten wir den Comic Boutonné en Jalousie von Jul Maroh. Ausschlaggebend dafür war das wichtige Thema der Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung. Wir sind der Meinung, dass dieses Thema mehr Aufmerksamkeit verdient und in der Gesellschaft noch immer zu selten offen besprochen wird. Besonders beeindruckt haben uns die authentische Darstellung der Gefühle der Hauptfiguren und das emotionale Gefühlschaos, das die Geschichte vermittelt. Zudem unterstützten die Farbgestaltung und die Zeichnungen die Handlung auf eindrucksvolle Weise und machen die Geschichte besonders berührend.
Als wir erfuhren, dass unser Trailer gewonnen hatte, war die Freude riesig. Unser Lehrer hatte uns bereits begeistert vom Comicsalon in Erlangen erzählt, weshalb die Vorfreude auf den möglichen Gewinn sehr groß war. Umso schöner war es zu sehen, dass sich die viele Arbeit ausgezahlt hatte.
Am 3. Juni begann unsere Reise nach Erlangen. Sowohl die Anreise als auch die Unterkunft wurden durch den Gewinn des Wettbewerbs finanziert. Gemeinsam machten wir uns mit dem Zug auf den Weg und konnten die Fahrt entspannt genießen. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut, und die Vorfreude auf die kommenden Tage begleitete uns während der Reise.
Am 4. Juni begann der 22. Internationale Comicsalon Erlangen. Mit über 35.000 Besucherinnen und Besuchern war die Messe so groß wie nie zuvor und bestätigte erneut ihren Status als bedeutendstes Festival für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Mehr als 300 Verlage, Händler und Künstlergruppen präsentieren ihre Werke, während rund 500 internationale Zeichnerinnen und Zeichner vor Ort wahren. Zu entdecken gab es eine enorme Vielfalt an Comics: Von bekannten Reihen wie Marvel bis hin zu europäischen Klassikern wie Lucky Luke war für jeden Geschmack etwas dabei. Das Programm bot weit über 200 Einzelveranstaltungen, darunter Lesungen, Workshops, Ausstellungen und Signierstunden. Viele Künstler*innen zeichneten live vor Publikum, stellten ihre Werke vor und berichteten über die Entstehung ihrer Comics. Dadurch erhielten wir spannende Einblicke in die Arbeit professioneller Comiczeichner*innen.
Ein besonderes Highlight waren die Workshops, an denen wir als Gewinnerinnen teilnehmen durften. In einem exklusiven Workshop mit dem Comiczeichner Yann Cozic lernten wir viel über das Zeichnen und Gestalten von Comics. Dabei konnten wir selbst kreativ werden, Fragen stellen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Mit Yann Cozic hatten schon vorher unsere Mitschülerinnen Lisa Aholt und Nike Biering ein Interview geführt. Wenn ihr es euch anschauen wollt, hier ist der Link:
(Webinaire Francomics – Rencontre de Yann Cozic)
Darüber hinaus nahmen wir an einem Workshop teil, in dem uns die Grundlagen der Erstellung von Animationen und visuellen Erzählformen vermittelt wurden.
Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise war die Preisverleihung, die am Freitag an der Friedrich-Alexander-Universität stattfand. Dort wurden die Gewinner*innen des Wettbewerbs geehrt. Für uns war dies ein besonderer Moment, da wir noch einmal erleben durften, wie unsere Arbeit gewürdigt wurde und welchen Erfolg unser gemeinsames Projekt erzielt hatte.
Neben den vielen Programmpunkten wird uns vor allem die besondere Atmosphäre der Messe in Erinnerung bleiben. Trotz der großen Besucherzahl herrschte eine angenehme und freundliche Stimmung. Die Besucher*innen waren offen, begeistert und jederzeit bereit, fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen zu teilen. Dadurch entstanden viele interessante Gespräche und Begegnungen.
Rückblickend war die Reise nach Erlangen eine unvergessliche Erfahrung. Neben den vielen Eindrücken aus der Welt der Comics nehmen wir vor allem die Erkenntnis mit, offen für Neues zu sein und sich auf unbekannte Erfahrungen einzulassen. Gerade dadurch konnten wir viel lernen und zahlreiche spannende Eindrücke sammeln.
An einem ähnlichen Wettbewerb würden wir jederzeit wieder teilnehmen. Die Vielfalt der Messe war so groß, dass wir in den wenigen Tagen längst nicht alle Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen besuchen konnten. Umso mehr freuen wir uns über die Gelegenheit, Teil dieses besonderen Erlebnisses gewesen zu sein. Die Reise hat uns gezeigt, wie viel Kreativität, Engagement und Begeisterung in der Comicwelt steckt – und dass sich harte Arbeit am Ende auszahlen kann.
Emma Pößel



